{"id":240,"date":"2021-12-21T13:58:18","date_gmt":"2021-12-21T12:58:18","guid":{"rendered":"https:\/\/lizbloggt.com\/?p=240"},"modified":"2021-12-21T13:58:33","modified_gmt":"2021-12-21T12:58:33","slug":"redebeitrag-zu-sexwork-zum-25-11-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lizbloggt.com\/?p=240","title":{"rendered":"Redebeitrag zu Sexwork zum 25.11.2021"},"content":{"rendered":"\n<p>Hier findet ihr meinen Redebeitrag zum 25.11. Da ich diesen vorgelesen habe, habe ich nicht so ein Auge auf Rechtschreibung und Grammatik gehabt \ud83d\ude09<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Ich erz\u00e4hle euch heute etwas zu Sexarbeit.<br>Hierbei geht es nicht um Zwangsprostitution, diese ist zu verurteilen und gegen sie gibt es rechtliche M\u00f6glichkeiten. Leider wird beides in Diskussionen immer wieder in einen Topf geworfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte zu Sexarbeit etwas sagen. Von Sexarbeit wird dann gesprochen, wenn Erwachsene Menschen sich daf\u00fcr entscheiden, diesem Job nachgehen zu wollen. Die Gr\u00fcnde sind vielf\u00e4ltig und sie sind valide. Es ist gesellschaftlich anerkannt, sich k\u00f6rperlich in einem schlecht bezahlten Job kaputt zu arbeiten, aber Sexarbeit ist in den K\u00f6pfen vieler immer ein Tabu, etwas schmutziges, etwas Erzwungenes, etwas bemitleidenswertes. Etwas, vor dem es gilt, Sexarbeitende zu sch\u00fctzen. Dabei wird nicht mit ihnen geredet, dabei wird nicht nach ihren Perspektiven gefragt und wie Unterst\u00fctzung aussehen k\u00f6nnte. Dabei wird zu meist \u00fcber sie geredet. Sie werden als unm\u00fcndig dargestellt und es gilt, sie zu besch\u00fctzen. Vor sich selbst. Dabei wird v\u00f6llig ausgeblendet, dass f\u00fcr viele Sexarbeitende diese Arbeit die ist, mit der sie sich endlich aus Abh\u00e4ngigkeiten befreien k\u00f6nnen. Mit der sie sich selbst helfen k\u00f6nnen. Und doch ist da immer dieser Makel. Sexarbeitende seien unm\u00fcndig, m\u00fcssten vor sich selbst besch\u00fctzt werden. Vor der Gewalt, die sie durch Kund<em>innen erleben. Auch Jahre nach dem Job ist da immer diese Angst, dass \u201eES\u201c rauskommen k\u00f6nnte. Dieser Selbstzweifel, was mit einem selbst nicht stimmt, weil man sich nicht schlecht f\u00fchlt, obwohl die Gesellschaft doch vorgibt, dass man sich schlecht f\u00fchlen m\u00fcsse. Und dann gibt es da selbsternannte Feminist<\/em>innen, die sich augenscheinlich zur Rettung der armen, hilflosen Sexarbeitenden aufgeschwungen haben. Und Ihnen endlich eine Stimme geben. K\u00f6nnte man meinen. Ich rede von SWERFs, als Sexworking excluding radical feminists. Diese schlie\u00dfen Sexarbeitende wegen ihrer Arbeit aus feministischen Prozessen aus, haben ganz klare Bilder, wie Sexarbeitende mit ihrem K\u00f6rper umzuegehen haben, damit sie sich feministisch nennen d\u00fcrfen. Und welcher Arbeit sie nicht nachgehen d\u00fcrfen.<br>Eine logische Konsequenz des Besch\u00fctzenwollens w\u00e4re f\u00fcr mich, Sexarbeitende erst Recht in feministische K\u00e4mpfe miteinzubeziehen, ihnen R\u00fcckhalt zu geben und ihre Bed\u00fcrfnisse nach Au\u00dfen zu vertreten. Wie Unterst\u00fctzende das allgemein tun sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Stattdessen pochen sie weiter auf das nordische Modell, und das, OBWOHL s\u00e4mtliche dazu ver\u00f6ffentlichten Studien ganz klar zeigen, dass Gewalt und Missbrauch hierdurch nicht abgenommen, sondern zugenommen haben. Weil auch selbstgeschaffene Sicherheitssysteme unter Strafe stehen. Weil Partner*innen quasi automatisch der Zuh\u00e4lterei angeklagt werden k\u00f6nnen. Weil Vermietende das Risiko einer strafrechtlichen Verfolgung eingehen. Taxifahrende. Eigentlich alle, die in irgendeiner Form unterst\u00fctzend wirken k\u00f6nnen. Auch ohne Gewinnbeteiligung aus der Arbeit selbst. Wenn ihr weitere Fragen zum nordischen Modell habt, kommt gerne auf mich zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Und als ob das noch nicht reichen w\u00fcrde, outen sie Arbeitsst\u00e4tten. Und viele Menschen nehmen das auch noch als spannende und wichtige Information auf und verbreiten es. Finden es ganz toll, mutig oder was auch immer. Es gibt diverse Gr\u00fcnde, warum Sexarbeitende versuchen, ihren Arbeitsplatz geheim zu halten. Sei es Stigmatisierung, Angst vor Gewalt, Abwertung, Schutz der eigenen Familie und viele weitere. Und das ist das Ergebnis des gesellschaftlichen Umgangs mit ihnen.<br>Daher frage ich Euch: Was bringt das Outen von Arbeitspl\u00e4tzen, au\u00dfer Sexarbeitenden ihren Safe Space zu nehmen? Nichts!<br>Bitte teilt solche \u201eDOKUS\u201c nicht, macht andere darauf aufmerksam, dass das alles andere als gut oder sinnvoll oder unterst\u00fctzend ist.<br>Fang endlich an, mit Sexarbeitenden zu reden und nicht \u00fcber sie!<br>#MakeSexworkSafework #SexworkIsWork<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier findet ihr meinen Redebeitrag zum 25.11. Da ich diesen vorgelesen habe, habe ich nicht so ein Auge auf Rechtschreibung und Grammatik gehabt \ud83d\ude09 Ich erz\u00e4hle euch heute etwas zu Sexarbeit.Hierbei geht es nicht um Zwangsprostitution, diese ist zu verurteilen und gegen sie gibt es rechtliche M\u00f6glichkeiten. 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